■ 20. Juli bis 5. August
Die Nibelungen-Festspiele als Ort der großen Uraufführungen
www.nibelungenfestspiele.de

Mit den Festspielen 2018 übernimmt Nico Hofmann bis zum Sommer 2022 für weitere fünf Jahre die Intendanz der Nibelungen-Festspiele in Worms. Für diese Zeit wird ihn der Dramaturg Thomas Laue als Künstlerischer Leiter begleiten. Die kommenden fünf Jahre sollen als Gesamtzeitraum betrachtet werden, um größere Planungssicherheit zu gewinnen und eine stärkere künstlerische Lesbarkeit und Fokussierung der Nibelungen-Festspiele zu erreichen. Jedes Jahr wird ein anderer Autor den Uraufführungstext liefern, der dann unter einer künstlerisch hochwertigen Regie und mit prominenten Schauspielern vor dem Dom in Szene gesetzt wird. Die Autoren der kommenden drei Jahre werden sich wieder näher an den Ur-Stoff der Nibelungenerzählung heranbewegen.

Die Vorbereitungen für Besetzung und Inszenierung des Stückes 2018 sind in vollem Gange. Das Autorenduo Feridun Zaimoglu und Günter Senkel gehört zu den sprachmächtigsten dramatischen Stimmen des deutschsprachigen Theaters. Mit Siegfrieds Erben haben sie eine konsequente Fortsetzung der Nibelungengeschichte geschrieben. Sie knüpfen dort an, wo die Erzählung des Mythos endet. Nach dem tödlichen Gemetzel auf Etzels Burg macht sich der Hunnenkönig nach Worms auf, um dort sein Erbe einzufordern: Den sagenumwobenen Schatz der Nibelungen. Zu den Stärken des Regisseurs Roger Vontobel gehört es, große Geschichten auf großen Bühnen sehr wirkungsmächtig und gleichzeitig radikal von heute aus zu erzählen.

Der Dramatiker Thomas Melle entwickelt seine Nibelungeninterpretation in enger Zusammenarbeit mit der Regisseurin Lilja Rupprecht und dem Dramaturgen Thomas Laue. Unter dem Arbeitstitel "Überwältigung" untersucht er vor allem die Wirkmächtigkeit von Göttern und Schicksal und ihrem Einfluss auf das menschliche Machtstreben von Hagen und Co. Thomas Melles Stück Versetzung wurde im November 2017 am Deutschen Theater in Berlin uraufgeführt. Thomas Melle ist aber vor allem auch als Romanautor bekannt geworden: Sein autobiografisch geprägter Roman Die Welt im Rücken stand 2016 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Als Theaterbearbeitung wurde sein Roman in der vergangenen Spielzeit als furioses Solo des Schauspielers Joachim Meyerhoff am Burghteater in Wien uraufgeführt. Die Regisseurin Lilja Rupprecht gilt als eine der wichtigen deutschen Nachwuchsregisseurinnen.

Ferdinand Schmalz schreibt für die Festspiele das Königinnendrama der Nibelungen: Diesmal werden die Frauen, vor allem Brünhild und Kriemhild, im Zentrum stehen. Sie und nicht die Männer werden die treibende Kraft der Geschichte sein. Der österreichische Dramatiker Ferdinand Schmalz gehört zu den derzeitigen Shootingstars der deutschsprachigen Theaterlandschaft. Bereits sein Debütstück am beispiel der butter wurde 2014 zu den Mülheimer Dramatikertagen eingeladen. Seine weiteren Stücke entstanden als Auftragswerke unter anderem für das Schauspiel Leipzig, das Deutsche Theater Berlin, das Zürcher Schauspielhaus und das Burgtheater Wien, wo im Februar 2018 seine Adaption des Jedermann von Hugo von Hofmannsthal uraufgeführt wird.

Für die Uraufführungen der Nibelungen-Festspiele vor dem historischen Kaiserdom in Worms ist unter anderen auch eine Zusammenarbeit mit dem Weltbestseller-Autor Bernhard Schlink geplant.

2021 steht nicht die Geschichte der Nibelungen im Zentrum der Festspiele, sondern der Reformator Martin Luther. 2021 jährt sich zum 500. Mal der Reichstag zu Worms. Damit werden die Nibelungen-Festspiele im Wormser Lutherjahr 2021 zum zentralen inhaltlichen Ankerpunkt der Gesamtfeierlichkeiten und einmal mehr zum theatralen Großereignis. Die Inszenierung der Festspiele wird in ein umfangreiches Jahres- und Rahmenprogramm eingebettet.

Im Jahr 2022 sollen die Festspiele wieder zum Mythos der Nibelungen zurückkehren, und damit zu dem, was die Nibelungen-Festspiele besonders und unverwechselbar macht. Anders als in den Jahren 2018-2020 soll das Thema und auch der Spielort vergrößert und erweitert werden, die Stadt selbst mit in das Spiel rund um die Nibelungen einbezogen werden.

 

Intendant Nico Hofmann (c) UFA

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