■ 3. Mai bis 4. November 2018
Bayerische Landesausstellung

www.landesausstellung-ettal.de

Der Kini baut wieder!

Über 130 Jahre nach seinem geheimnisumwitterten Tod rücken für König Ludwig II. im Graswangtal nun wieder die Baumaschinen an: Ein beeindruckender Holzpavillon entsteht, 13 Meter hoch und mit 20 Meter Durchmesser. Dank der großzügigen Unterstützung der Bayerischen Staatsforsten und der Bayerischen Forstverwaltung werden im Garten des Klosters Ettal für die Bayerische Landesausstellung 2018 die ungebauten Träume des Bayernkönigs virtuelle Realität. In einem rauschhaften Panorama werden diese Visionen zum Leben erweckt und entführen die Besucherinnen und Besucher in die phantastische Gedankenwelt des Königs.

König Ludwig II. ließ seine Schlösser in die Alpenlandschaft komponieren und schaffte phänomenale Traumszenarien. Kaum ein Bauwerk weltweit wurde berühmter als Schloss Neuschwanstein. Am Ort der Bayerischen Landesausstellung, ausgehend von Ettal und Linderhof, wollte Ludwig einen gewaltigen Schlösserpark schaffen. Aufgrund des frühen Todes des Königs blieben von dem Projekt nur Pläne.

Königin Marie von Bayern und der Beginn des Alpinismus

Bergsteigen – nichts lieber als das: das war die Devise von Königin Marie von Bayern. 1825 in Berlin als Hohenzollernprinzessin geboren war sie eine waschechte Preußin und gerade sie sollte zur ersten bayerischen Bergsteigerin werden. Schon als junges Mädchen hatte sie ihre Leidenschaft für die Berge entwickelt, nicht in den Alpen, sondern im Riesengebirge, wo die Familie im schlesischen Fischbach – heute Karpniki in Polen – ein Sommerhaus besaß. Der Grundstein für ihre Bergsteigerpassion war also schon gelegt, als die Prinzessin im Oktober 1842 Kronprinz Maximilian von Bayern heiratete. Bald nach der Hochzeit nahm der Thronfolger seine Frau mit nach Schloss Hohenschwangau im Allgäu. Das Schloss hatte sich der Kronprinz ab 1832 als Sommerresidenz ausstatten lassen und Prinzessin Marie verliebte sich damals sofort in die dortigen Alpengipfel.

Nach Hohenschwangau zog sich die spätere Königsfamilie mit den Söhnen Ludwig und Otto gerne zurück: So konnte man dem Münchner Hofzeremoniell und den Repräsentationspflichten entfliehen. Die Familie unternahm Wanderungen, die Kinder gingen fischen und reiten und natürlich gehörten auch Bergtouren zum Programm – sehr zum Leidwesen der Hofdamen, die mit den oben engen und unten ausladenden langen Kleidern nicht gerade gut ausgerüstet waren. Die Prinzessin entwarf kurzerhand selbst ein Bergoutfit. Das bestand aus einer Lodenhose und einem skandalös kurzen Lodenkleid – reichte es doch nur bis zu den Knöcheln. Ein Miesbacher Stopselhut, Lederhalbstiefel und ein Bergstock machten das Outfit komplett. Und weil so manche Besteigung natürlich trotzdem eine Schinderei war, stiftete Marie 1844 den Alpenrosenorden als Belohnung: Einmal musste man mit der Prinzessin und späteren Königin die 1.567 Meter hohe Achsel bei Reutte in Tirol bestiegen haben, dann konnte man sich den Orden ans Revers heften.

Pionierin des Bergsteigens

Marie wurde eine richtige Pionierin des Bergsteigens. Mehrere Berge von Schwangau bis nach Berchtesgaden verdanken ihr ihre Gipfelkreuze. Auch die Besteigung der Zugspitze stand auf dem Plan der ehrgeizigen Marie. Allerdings verbot ihr der König diese Tour. Nach dem unerwarteten Tod von König Max II. im Jahr 1864 zog sich die Königin Mutter, wie Marie dann genannt wurde, immer mehr nach Elbigenalp ins obere Lechtal zurück. In diesem Gebirgsdorf hielt sich Marie mehrmals im Jahr auf, unternahm Wanderungen und empfing Gäste.

„Mythos Bayern“ im Kloster Ettal

Kloster Ettal wird vom 3. Mai bis 4. November 2018 der Schauplatz für die Bayerische Landesausstellung 2018 „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“ sein. Das Haus der Bayerischen Geschichte, Kloster Ettal und der Landkreis Garmisch-Partenkirchen veranstalten in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten und der Bayerischen Forstverwaltung im Südflügel des Klosters auf rund 1500 qm die Landesausstellung, die dem „Mythos Bayern“ nachspürt. Woher kommt er eigentlich? Wer hat ihn gemacht? Und wie sieht er aus? Auch die erste bayerische Bergsteigerin liefert zu diesen Fragen einige wichtige Antworten.

Informationen: 3. Mai bis 4. November 2018, täglich von 9-18 Uhr, www.hdbg.de/wald

Auf dem Foto: Im Graswangtal rollen die Baumaschinen wieder an (c) Kloster Ettal

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