■ 18. Juli bis 20. August 2018
„Carmen" auf der Seebühne

www.bregenzerfestspiele.com

Zum 73. Mal laden die Bregenzer Festspiele an den Bodensee, um Musiktheater, Konzert, Schauspiel und weitere Kunstformen auf höchstem Niveau einem breiten Publikum zu präsentieren. Am See gibt es ein Wiedersehen mit der Oper Carmen, die am 19. Juli ihre Wiederaufnahme-Premiere feiert. Das Werk von Georges Bizet stand in der vergangenen Saison zum dritten Mal seit Festspielgründung auf dem Spielplan und zog mehr als 193.000 Besucher an.

Eröffnet werden die Bregenzer Festspiele am 18. Juli mit der Oper im Festspielhaus und österreichischen Erstaufführung ­Beatrice Cenci des Komponisten Berthold Goldschmidt (1903-1996). Das Libretto für das 1988 in London uraufgeführte Werk schrieb Martin Esslin nach Percy Bysshe Shelleys Drama The Cenci. Goldschmidt komponierte die spannungsgeladene Oper um kirchliche Korruption und menschliche Gewalt 1949/50. Johannes Debus dirigiert die Wiener Symphoniker, die Regie liegt bei Johannes Erath.

Zum Saisonfinale präsentieren die Bregenzer Festspiele als Musiktheater auf der Werkstattbühne Das Jagdgewehr von Thomas Larcher. Für die Regie der Auftragskomposition zeichnet der Schauspieler und Filmregisseur Karl Markovics verantwortlich, der erstmals eine Oper inszeniert. Michael Boder dirigiert das Ensemble Modern. Vorlage ist der 1949 erschienene Bestseller des japanischen Schriftstellers Yasushi Inoue, der von der Einsamkeit eines Jägers erzählt, „dessen Jagdgewehr die ganze Last tief in Seele und Leib des einsamen Mannes drückt“. Der aus Tirol stammende Thomas Larcher trat seit 1992 mehrfach als Pianist bei den Bregenzer Festspielen auf, 2000 wurde erstmals eine Kammermusik-Komposition von ihm aufgeführt. Das Jagdgewehr ist seine erste Opern-Komposition.

Nach Vollendung des Da-Ponte-Zyklus‘ im vergangenen Sommer, bringt das Opernstudio im vierten Jahr seines Bestehens Rossinis Barbier von Sevilla auf die Bühne des Kornmarkttheaters. Für die Inszenierung zeichnet Brigitte Fassbaender verantwortlich, die in den vergangenen drei Jahren die jungen Sängerinnen und Sängern in der Opernstudio-Meisterklasse unterrichtet hat. Als Gesangspädagogin lässt sich die Kammersängerin erneut bei einer öffentlichen Meisterklasse über die Schulter schauen. Daniele Squeo dirigiert das Symphonieorchester Vorarlberg. Premiere der Oper ist am 13. August.

Als eine „kunstvolle, starke, strahlende, ergreifende Musik, die unterschiedliche Stilrichtungen des Tango“ in sich vereint, „die Milongas, Walzer und ländliche Weisen aus der Pampa verschmelzen lässt“, beschrieb Librettist Horacio Ferrer die Tango Operita María de Buenos Aires, die er gemeinsam mit Astor Piazzolla schuf. Nach der bislang einzigen Festspiel-Aufführung im Sommer 2000 kehrt das Werk nun in der Inszenierung von Olivier Tambosi zurück auf die Werkstattbühne.

Beethoven, Britten, Dvorák, Martinu, Ravel und Strauss: Große Werke renommierter Komponisten prägen im Festspielhaus die Orchesterkonzerte der Wiener Symphoniker und des Symphonieorches­ters Vorarlberg. Am letzten Symphoniker-Konzerttermin steht mit Alle Tage als österreichische Erstaufführung eine Sinfonie von Thomas Larcher auf dem Programm. Danach ist mit Beethovens Fünfter jenes Werk zu hören, das Karl Böhm 1955 bei den Bregenzer Festspielen dirigierte. Die Schauspielreihe setzt sich indes unter dem Titel Böhm kritisch mit dessen Leben auseinander.

Foto: Die Oper Carmen von Georges Bizet steht auch 2018 wieder auf dem Spielplan der Bregenzer Festspiele c) Veranstalter

 

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