■ 30. Mai bis 29. August
»Inspiration und Sensation - Naturbühne Luisenburg«

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Wer im Sommer durchs Felsenlabyrinth des Fichtelgebirges wandert, der landet sicher bei der ältesten Freilichtbühne Deutschlands. Damit ist er in guter Gesellschaft. Schon 1785 besuchte Goethe erstmals das Areal der Luisenburg und kehrte, damals fasziniert von den Phänomenen im verwitterten Stein, immer wieder zurück. Er war so begeistert, dass er seine Erlebnisse als Forscher später u. a. Faust in den Mund legte.

Folgerichtig standen auch immer wieder Goethes Stücke auf dem Programm der Luisenburg-Festspiele. Vor der imposanten Kulisse aus 300 Millionen Jahre alten Granitformationen wird seit mehr als 125 Jahren anspruchsvolles Theater geboten. Im Rekordsommer 2011 kamen über 150.000 Besucher! Selbst wenn es regnete - vertrauend auf bunten Schwedennerz und Kuscheldecken. Vor dem Familienstück herrscht an manchen Wochenenden richtige Picknickstimmung unter der Zeltdachkonstruktion, mit der Frei Otto den amphitheatralen Zuschaueraum luftig überwölbt hat. Vis-à-vis auf der Bühne der größten und erfolgreichsten Open-Air-Spiele erwartet die Gäste in Wunsiedel ein Spielplan, der dem Jahresangebot mancher Großstadttheater Konkurrenz machen kann: 8 Premieren, in 3 Monaten! Im Gebirge gehört selbst eine Spielzeit eben auf Rucksackgröße gepackt. Jean Paul hätte das gefallen. Denn „Kunst ist zwar nicht das Brot, wohl aber der Wein des Lebens“, und Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. So steht die Philosophie des großen Sohnes der Stadt auch Pate für das auserlesene Festspielprogramm.

Zu den Highlights des umfangreichen Programms zählt heuer die Premiere des Familienmusicals Heidi. Mit seiner Herzensklarheit bringt das Waisenkind Heidi nicht nur dem verbitterten Alm-Öhi neue Lebensfreude. Die Musik für Eva Toffols Inszenierung kommt von dem niederbayerischen Kultmusiker Hans-Jürgen Buchner alias Haindling. In der Komödie Die Pfingstorgel von Alois Johannes Lippl trifft eine Musikantentruppe auf die geizigen Bauern von Maut – und mischen mit schelmischen Humor die Dorfgesellschaft kräftig auf. Wer traditionell-zünftige Volkstheatergaudi liebt, ist hier bestens aufgehoben! Andrew Lloyd Webbers legendäre Cats, der Luisenburg-Sensationserfolg von 2016, geht in die zweite Runde. Und schließlich verabschiedet sich Erfolgsintendant Michael Lerchenberg nach 14 ereignisreichen Luisenburg-Jahren mit der Paraderolle des Grantlers Bruscon in Thomas Bernhards Der Theatermacher von seinem Publikum.

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