■ 8. bis 10. Oktober 2019
The Show must go on!

www.szene-salzburg.net

Mit einem »Fest für die Kunst« feiert die SZENE am 8. und 10. Oktober ihr 50-jähriges Bestehen.

Am Dienstag, den 8. Oktober steht Jérôme Bels The Show Must Go On auf dem Programm: Eine der Ikonen der Tanz- und Performancegeschichte und des SZENE Programms (SommerSZENE 2001) hat nichts von seiner konzeptuellen Schärfe und theatralen Kraft verloren. Jérôme Bel und die SZENE stellen das Stück neu unter Einbeziehung lokaler Kräfte auf die Bühne.

Am Donnerstag, den 10. Oktober feiert die SZENE mit ihrem Publikum und den hunderten Menschen, die in den 50 Jahren mitgearbeitet und mitgewirkt und damit die Kontinuität dieser Kulturinstitution ermöglicht haben. Ein Fest für die Kunst, eine Party, mit einer Videoinstallation von Tom Halwa, die Höhepunkte dieser 50 Jahre noch einmal in Erinnerung ruft.

Die SZENE wurde in den späten 1960er-Jahren als Gegenpol zur damals alleinigen Festspielkultur als Plattform für neue Kunstformen gegründet. Sie hat in den 70er-Jahren entscheidend zur Etablierung eines innovativen Kulturklimas in Salzburg beigetragen und zahlreiche kreative Künstler_innen beflügelt. Sie hat arrivierten Kunstschaffenden aller Sparten in ungewohnter Umgebung Neues probieren lassen und ein interessiertes Publikum für das Zeitgenössische aufgebaut. Die SZENE ist in den 80er-Jahren aus der Rolle des Fringe Festivals in die eines internationalen produzierenden Festivals mit genreübergreifendem Programm gewachsen und erlangte damit Vorbildstatus in Österreich. 

In den 90er-Jahren baute die SZENE ihre europäische Position durch die Gründung wichtiger Netzwerke aus, die wiederum zu neuen Kooperationen führten und ihre Rolle als internationaler Koproduzent weiter stärkte. Die Jahre seit 2000 sind zum einen von einer Stabilisierung dieser Positionen geprägt, zum anderen von veränderten inhaltlichen Schwerpunktsetzungen begleitet: Dazu zählen die intensive inhaltliche Zusammenarbeit mit Kreativen aus dem lokalen Umfeld, die Etablierung des Performing New Europe Festivals, dessen Fokus auf einer viel versprechenden Nachwuchsgeneration liegt, ebenso wie die vermehrte Bespielung des öffentlichen Raums sowie zahlreiche Aktivitäten, die sich explizit an ein junges Publikum richten.

Die SZENE hat seit ihrer Gründung wichtige Orte für die Produktion und Präsentation von zeitgenössischer Kunst gewonnen. Sie hat den Petersbrunnhof, das SZENE/republic/Stadtkino Haus und die Pernerinsel für die Kunst erobert und gerettet. Darüberhinaus hat sie neue Kooperationsmodelle mit Wirtschaftspartnern wie EMCO, Porsche oder Trumer entwickelt.

Die SZENE hat die Stadt Salzburg in vielen Genres bereichert, wichtige Künstler_innen des zeitgenössischen Tanzes wie Anne Teresa de Keersmaeker, Wim Vandekeybus, William Forsythe, Merce Cunningham, Jérôme Bel vorgestellt, viele davon erstmals in Österreich eingeführt, im Theater mit Jan Lauwers, Jan Fabre, Peter Sellars, Robert Wilson, Hans Jürgen Syberberg oder Reza Abdoh Maßstäbe gesetzt und im Musikbereich Patti Smith, Lou Reed, Bob Dylan, Neil Young oder P.J. Harvey nach Salzburg geholt. Österreichische Idole wie Friedrich Gulda, Helmut Qualtinger, Nikolaus Harnoncourt oder Oskar Werner spielten bei der SZENE. Die Konzerte, Tanzstücke und Theateraufführungen am Domplatz sorgten bei Publikum und Presse ebenso für große Aufmerksamkeit wie Projekte an ungewöhnlichen Aufführungsorten wie etwa dem Kapuzinerberg, der Festung Hohensalzburg oder der Kollegienkirche. 

Weitere Programmpunkte 50 Jahre SZENE Salzburg:

Archivübergabe der SZENE Salzburg an das Derra de Moroda Dance Archives, Abteilung Musik- und Tanzwissenschaft der Paris Lodron Universität Salzburg: Im Laufe der letzten 50 Jahre hat die SZENE ein umfangreiche Sammlung aus Fotos, Videos, Programmhefte, Presserezensionen angelegt. Dieses Archiv wird in seiner Gesamtheit dem europaweit renommierten Derra de Moroda Dance Archives übergeben.
Das ImPulsTanzfestival Wien widmet einen Programmpunkt mit Wim Vandekeybus dem 50-Jahre-Jubiläum der SZENE. Der Künstler war für beide Festivals ein wichtiger Identitätsstifter. Dabei wird auf die langjährige Zusammenarbeit von ImPuls und SZENE und die führende Rolle, die die Sommerszene bei der Vorstellung von zeitgenössischem Tanz und Performance in Österreich innehatte, hingewiesen.
Speicher der Erinnerung: Ein Depot im Netz unter www.szene-salzburg.net. Mehrere Generationen von Besucher*innen und Beobachter*innen des Salzburger Kulturbetriebs haben die SZENE in den vergangenen 50 Jahren begleitet. Die SZENE lädt diese Menschen ein, Erinnerungen, Fotos, Dokumente, Töne etc. aber auch Anregungen und Wünsche auf die Website zu stellen. Darüberhinaus wird die SZENE Besonderheiten aus ihrem umfangreichen Archiv hochladen. Der Speicher ist interaktiv und ermöglicht, sich mit SZENE Verantwortlichen und Künstler*innen auszutauschen.
50 Jahre SZENE Salzburg – das Buch: Mit Unterstützung des Landes-Medienzentrums entsteht ein Buch, das um den Werdegang der SZENE die kulturellen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Salzburg und Europa, in denen diese Kulturarbeit stattfinden konnte, aus unterschiedlichen Aspekten beleuchtet.
Akademisches Kaffeehaus – Zukunftswerkstatt: Angeregt durch Leopold Kohrs "Akademisches Wirtshaus", ein Format, das in der Frühzeit der SZENE eine Rolle spielte, findet im Herbst in Form eines "Akademischen Kaffeehauses" ein Laboratorium statt, dass der Frage auf den Grund geht, was man aus der 50-jährigen Kulturarbeit an Schlüssen für eine gegenwärtige und zukünftige Position der SZENE ziehen kann. Diese Veranstaltung wird Kulturschaffende, Künstler*innen und Publikum zu Wort kommen lassen. 

Weitere Informationen unter www.szene-salzburg.net und facebook.com/festivalszenesalzburg.

Foto: Szene aus The Show Must Go on c) Mussacchio Laniello

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