■ 17. Juli bis 2. August 2020
Nibelungen-Festspiele Worms

www.nibelungenfestspiele.de 

Roger Vontobel inszeniert "hildensaga. ein königinnendrama" von Ferdinand Schmalz. 

Auch 2020 wird in Worms wieder eine Uraufführung bei den Nibelungen-Festspielen zu sehen sein. Ferdinand Schmalz, Nestroypreisträger und Shootingstar der öster-reichischen Dramatik, der zuletzt mit einer spektakulären „Jedermann“-Überschreibung am Wiener Burgtheater für Aufsehen sorgte, erzählt die Geschichte für die kommenden Nibelungen-Festspiele aus einer neuen Perspektive: Aus der Sicht der Frauen. In seinem Stück „hildensaga. ein königinnendrama“ stehen vor allem Brünhild und Kriemhild im Zentrum, sie sind die treibende Kraft der Geschichte. Regie führt Roger Vontobel, dessen Inszenierung „Siegfrieds Erben“ und deren technische Effekte, wie das 3D-Mapping mit den projizierten Gesichtern an den Dommauern, 2018 viele Besucher überzeugte. Die Nibelungen-Festspiele finden vom 17. Juli bis 2. August 2020 auf der Nordseite des Wormser Doms statt (27. Juli ist spielfrei).

Das neue Festspieljahr gehen wir mit großem Engagement an: Wir wollen die großen Erfolge der letzten Jahre mit zuletzt ausverkaufter Saison nicht nur wiederholen, sondern steigern: Ein kraftvolles Stück des Theaterstars Ferdinand Schmalz und die Handschrift des Wormser Erfolgsregisseurs Roger Vontobel lassen auf ein großartiges Ensemble vor dem Wormser Dom für 2020 hoffen – Worms und die Nibelungen-Festspiele sind zum festen Bestandteil des deutschsprachigen Kultursommers geworden! (Nico Hofmann, Intendant)

Auch Adolf Kessel, Oberbürgermeister der Stadt Worms, freut sich auf den Festspielsommer 2020: „Die Inszenierung der Nibelungen-Festspiele von Roger Vontobel im Jahr 2018 hat mit ihrem sensationellen Erfolg und ihrer positiven Resonanz bei Publikum und Medien Maßstäbe gesetzt. Wir freuen uns, dass Roger Vontobel für die kommenden Festspiele wieder verpflichtet werden konnte. Ich bin gespannt, wie er die Geschichte aus Sicht der Frauen erzählen wird.“ 

Mit dem Nestroypreisträger Ferdinand Schmalz schreibt für 2020 einer der profiliertesten deutschsprachigen Gegenwartsdramatiker für die Nibelungen-Festspiele. Er setzt dabei mit den beiden Königinnen Brünhild und Kriemhild zwei ungewöhnlich starke Frauen ins Zentrum seiner Bearbeitung. Ich freue mich sehr, dass wir auf diese Weise die erfolgreiche Mischung aus hochkarätigem Autorentheater und populärem Schauspielertheater konsequent fortsetzen werden. Und in der Verbindung mit dem Regisseur Roger Vontobel verspricht das erneut spektakulär zu werden. (Thomas Laue, Künstlerischer Leiter)

Regisseur Roger Vontobels Vision des Stücks „hildensaga. ein königinnendrama“ von Ferdinand Schmalz:

Zwei Frauen, ein Schicksal – von Männern kontrolliert. Um aus diesem althergebrachten Gefüge auszubrechen, bedarf es vor allem Anderen – Solidarität, Gemeinschaft, Begegnung und Austausch. Und so wollen wir sehen, was aus dieser Welt wird, wenn die Frauen sich nicht ferngesteuert bekriegen, sondern sich begegnen. Sprechen. Zuhören. So fremd und unterschiedlich sie auch sein mögen. Und dann gemeinsam handeln – anders als es jemals der Fall gewesen ist! Eine Weltordnung wackelt – die Weltesche brennt und mit ihr wir. Aber in jedem Brand steckt eine Utopie – ein Neuanfang.

Zum Inhalt von „hildensaga. ein königinnendrama“:
Ferdinand Schmalz erzählt die Geschichte für die kommenden Nibelungen-Festspiele aus einer anderen Perspektive: Aus der Sicht der Frauen. Gemeinsam mit den Nornen, den aus der Ursage der Edda stammenden Schicksalsfrauen, spinnt er die Fäden der Geschichte neu. Und so sind es vor allem Brünhild und Kriemhild, die das Heft des Handelns in die Hand nehmen und dem Treiben der Männer Einhalt gebieten. Die aufbegehren gegen Raub und Betrug, Verrat und Vergewaltigung. Zwei Frauen, die sich weigern, Opfer einer außer Rand und Band geratenen Männerwelt zu sein und die sich auf das besinnen, was sie sind: Zwei Königinnen. Doch wer glaubt, dass die Welt dadurch eine bessere würde, macht es sich zu leicht mit den klischierten Geschlechterzuschreibungen. Denn diese Königinnen haben viel von den Männern gelernt, die sie nun vom Thron und in den Abgrund stürzen. Sie sind dabei nicht weniger grausam. Und schon gar nicht netter. Nur besser.

Ferdinand Schmalz, 1985 in Graz geboren, erhielt er 2013 für sein Erstlingsstück „am beispiel der butter“ den Retzhofer Dramapreis. 2014 wurde er von Theater heute zum Nachwuchsautor des Jahres gewählt. Sein Stück „dosenfleisch“ wurde bei den Autorentheatertagen 2015 durch das Burgtheater Wien uraufgeführt. Es folgten 2015 „der herzerlfresser“ am Schauspiel Leipzig, 2016 „der thermale widerstand“ am Schauspielhaus Zürich, beide Stücke wurden auch am Deutschen Theater gespielt. 2017 gewann Ferdinand Schmalz den Ingeborg-Bachmann-Preis und schrieb für das Burgtheater Wien „jedermann (stirbt)“. In der Spielzeit 2018/19 wurde „der tempelherr. ein erbauungsstück“ in den Kammerspielen des DT uraufgeführt.

Neben dem Bühnenbildner Palle Steen Christensen, der bereits für die Inszenierung „Siegfrieds Erben“ im Jahr 2018 die Bühne gestaltet hat, ist Clemens Walter für den Bereich Video verantwortlich. Die Musik komponieren Keith O´Brien und Matthias Herrmann, die bereits vor zwei Jahren in der Inszenierung von Roger Vontobel mit ihren Werken begeisterten. Komplettiert wird das Team, erstmals für diese Inszenierung, von der Kostümbildnerin Ellen Hofmann, die schon mehrmals mit Roger Vontobel zusammengearbeitet hat.

Informationen zum Ticketkauf

Tickets können über die Hotline 01805 – 33 71 71 (0,14 Euro/Minute aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 Euro/Minute, erreichbar Montag bis Freitag 8 bis 20 Uhr, Samstag 9 bis 20 Uhr) oder über die Internetseite www.nibelungenfestspiele.de bestellt werden. Ebenso bieten alle bekannten TicketRegional-Vorverkaufsstellen die Karten an.

EWR CLEWR-Card-Inhaber erhalten zehn Prozent auf zwei Eintrittskarten bei Buchung über die oben genannte Hotline sowie beim TicketService Worms (gilt nicht in Kombination mit anderen Rabatten).

Auf dem Foto: Spektakuläres Bühnenbild bei "Siegfrieds Erben", 2018 (c) David Baltzer 

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